März 2011
Staatsakt des goldenen Leimen im Gaisbacher Hof (Pressestimmen):
Familiäre Verpflichtungen galten auch beim Staatsakt
Leimen plante für Stabhalter Gerd den Ghostbastler sogar eine Traumhochzeit
Einen familiären Empfang bereitete das Leimen-Volk Stabhalter Gerd dem Ghostbastler am Montag. Beim Familientreffen im »Gaisbacher Hof« überließen die Leimener nichts dem Zufall. Nicht einmal die Hochzeit des Stabhalters.
Oberkirch. Eine Fahrt in der Geisterbahn erwartete Stabhalter Gerd der Ghostbastler beim Leimen-Staatsakt nicht – auch wenn es sein Beiname und seine Tätigkeit im Europa-Park vermuten ließ. Die Redner nutzen lieber ihre familiären Kontakte zum neuen Chef – und davon gab es einige. First Lady Verena Dörflinger porträtierte ihn beim Windelnwechseln als Künstler und Familienvater in Personalunion. »Bis das Kunstwerk mit einer frischen Windel verpackt ist, ist die nächste Fütterung oder Füllung fällig.«
Bestens mitreden konnte da auch Ghostbastler-Vater Klaus Dörflinger. Er berichtete nämlich von seinen Erfahrungen beim Stadtrundgang mit dem Enkelkind. »Es ist schon eine Schur, was man als Großvater mitmachen muss. Wenn das jetzt noch ernst wird mit dem Füt-terungsverbot im Stadtgarten, muss man auch das alte Brot noch selbst essen.«
Familiäre Verstärkung holten sich auch zwei weitere Beiträge direkt oder indirekt ins Boot. Thomas Ziegler erklärte Sohn Markus in der Bütt, auf was man bei einem Auftritt alles achten muss. Neben den beliebtesten Themen für die Rede (»Stächele, Stadt, Zunft, Loh«) hatte der Vater auch einen Tipp gegen die Nervosität parat: Er sollte sich das Publikum einfach in Unterhosen vorstellen. »Und wenn Du Dir dann noch den OB in den Unterhosen vom Gogo vorstellst ...«
Und Thomas Spinner berichtete von der Joggingrunde mit seiner achtjährigen Tochter. Gegen sie hatte der schwergewichtige Läufer ebenso wenig eine Chance wie auf dem Mountainbike gegen die Seniorengruppe des Schwarzwaldvereins.
Fast schon ein Familienangehöriger bei den Dörflinger war Simon Spinner. Als Weddingplaner Sergej organisierte er die Hochzeit des Stabhalters, »Dörflinger gegen Huber«. In den Leitspruch auf der Einladungskarte band er auch die Stabhalter-Tochter ein: »Wir segeln in den Hafen der Ehe und ein Beiboot ist auch dabei.«
Sorgen bereitete ihm, dass der viermonatige Sprössling noch nicht als Blumenmädchen infrage kommt. Ältere Brautjungfern schieden für ihn aus: »Da könnte ich gleich die Jungs vom Bauhof fragen, ob sie den Blumenteppich von Fronleichnam in die Kirche kehren.«
Es war nicht die einzige extravagante Idee des Hochzeitsplaners. Das Publikum antwortete ihm mit stehenden Ovationen. Nur Stabhalter Gerd der Ghostbastler schien wenig begeistert von der Traumhochzeit à la Spinner. Sein trockener Kommentar: »Super, Schatz, ich glaube, wir fliegen lieber nach Las Vegas.«
Leimen startete Werbekampagne fürs Loh
Stabhalterei hofft weiter auf ein Fasentcomeback des Dauerrivalen / Bernd Riegelsberger kramte im Archiv
Oberkirch (pak). Sichtlich enttäuscht waren die Leimener, dass ein Versprechen vom Staatsakt 2010 nicht wahr geworden war. Damals hatte das Loh angekündigt, in diesem Jahr wieder einen eigenen Staatsakt ausrichten zu wollen.
Doch daraus wurde nichts. Der Leimener Achim Hirt warf den grün gekleideten Lohmern deshalb bei seinem Auftritt als ausscheidender Bundeswehrsoldat »Farbenflucht« vor.
Bernd Riegelsberger schlug gar ein Marketingprogramm vor, um neue Loh-Minister zu gewinnen: »Wer einen neuen Minister mitbringt, muss drei Jahre selbst nichts machen. Und bei drei oder mehr erhält man die schriftliche Bestätigung, nie etwas mit dem Loh zu tun gehabt zu haben.« Für seinen Auftritt beim Staatsakt als Leimen-Historiker hatte
Riegelsberger im Archiv gekramt. Er zitierte aus seinen Auftritten aus den vergangenen 40 Jahren. Sein Lieblingsspruch: »Geht ein Lohmer durch die Reben, ist der Jahrgang schon daneben.« Dennoch stellte er versöhnlich fest: »Der Leimen wird das Loh stets in Ehren halten.« Schließlich singe man im Leimen-Lied: »Der Leimen lacht, wenn’s Loh zusammenkracht.«
Riegelsberger hoffte, mit seinem Auftritt den Lohmern genügend Stoff für einen eigenen Staatsakt 2012 geliefert zu haben. Dessen war sich auch OB Matthias Braun sicher. Die beste Vorlage sei doch, »warum die Leimener Büttenreden von anno dazumal rausholen mussten, um einen Auftritt zu füllen«.
Januar 2011
Die Stabhalterei Leimen hat gewählt! Nach spannenden und leidenschaftlichen Wahlreden für die diesjährigen Kandidaten um das hohe Amt des Stabhalters hat sich ein Kandidate mit einer überwältigenden mehrheit durchgesetz:
Gerd, der Ghostbastler ist der Stabhalter des Leimens 2011!!!